Schon gewusst? Mehr als 90 % der Kunstwerke sollen für die Öffentlichkeit unsichtbar sein

Eine Kollektion hinter den Kulissen Wir beurteilen die Qualität eines Museums oft nach der Menge der ausgestellten Werke. In den Depots aller Museen lagern jedoch Sammlungen, die ebenso reichhaltig sind wie die ausgestellten. Gemäß einer Studie des amerikanischen Online-Magazins “Quartz” beläuft sich der Anteil der ausgestellten Werke in großen Museen auf lediglich 5 % der gesamten Sammlung. Aus Platzmangel werden dem Publikum Hundertausende von Werken vorbehalten. So besitzt beispielsweise das Pariser Naturkundemuseum Muséum National d’Histoire Naturelle (MNHN ) über 5 Millionen Dokumente, die für die Besucher völlig unsichtbar bleiben. Viele Besucher bedauern dies bei der Besichtigung des Botanischen Gartens.

„Wir haben eine sehr umfangreiche und weltweit einzigartige Sammlung. Als eines der wenigen Museen verfügt das Pariser MNHN über eine so immense Sammlung, die dem Publikum jedoch unzugänglich bleibt. Und das, obwohl wir seit Anfang der 2000er Jahre mit der Digitaliserung der Sammlungen begonnen haben und jede Woche fast 12.000 Dokumente digitalisieren.” Marc Jeanson

Das Erstaunlichste daran ist, dass sich unter den nicht ausgestellten Werken viele befinden, die von bekannten Künstlern wie Picasso, Monet oder Cézanne stammen. Und obgleich die Museen ihre Ausstellungen öfter wechseln, werden einige weniger bekannte Künstler dem Publikum nie präsentiert.

 
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Touch-Tisch im Stadtarchiv Marseille
 
Ein erweitertes Besuchererlebnis dank digitaler Technik – Digitale Tools sind das ideale Mittel, um unsichtbare Werke aufzuwerten. Die Réunion des musées nationaux (Vereinigung der frz. Nationalmuseen), ein Hauptakteur in der Digitalisierung des französischen Kulturerbes, verfügt über eine Datenbank mit mehr als 1.200.000 Dokumenten, von denen etwa 600.000 frei im Internet zugänglich sind. Leider sind nur wenige Einrichtungen in der Lage, dem Publikum diese Dokumente über interaktive Geräte, über mobile Apps oder eine Website bereitzustellen. Obwohl der Einsatz von Digitaltechnik in Museen immer mehr zunimmt, sollten die geeigneten Tools sorgfältig ausgewählt und richtig genutzt werden. Für die hier vorgestellte Problemstellung erscheint ein interaktiver Touchscreen im Museum zweckdienlicher als eine mobile App. Der Touchscreen agiert wie eine Erweiterung der Sammlung, eine Fortsetzung der Besichtigung. Der Einsatz einer App auf solch einem Endgerät ermöglicht das Speichern und Übertragen einer nahezu unbegrenzten Anzahl von Werken und bietet somit eine erweiterte Besuchererfahrung.
 
Der interaktive Touchscreen bietet nicht nur eine Fortsetzung des Museumsbesuchs, er ist ein Tool für den Informationsaustausch. Diese oft für mehrere Benutzer konzipierten Geräte fördern den Austausch zwischen den Besuchern und wecken ihr Interesse, um ihren Besuch weiter zu vertiefen.
Le saviez-vous ? Plus de 90% des œuvres d'art restent invisibles du grand public
Förderung der Autonomie der Einrichtung – Die Anschaffung und insbesondere die Instandhaltung eines solchen Geräts ist kostspielig und oft komplex. Das Museum soll autonom sein, ohne für die Verwaltung des Geräteparks besondere technische Kompetenzen aufbringen zu müssen. Auf diese Weise erreicht der wissenschaftliche Diskurs des Museums sein Publikum direkt und nicht über einen Vermittler. Die Einrichtung muss ihre Anwendungen selbstständig verwalten und über die präsentierten Inhalte selbst entscheiden können. Auf diese Weise schützt sie sich vor Fremdeinwirkung.
 
Übrigens –  Die Aufwertung all dieser verborgenen Inhalte gehört zu den Projekten, an denen wir zur Zeit arbeiten. Wir entwickeln biinlab, eine Plattform, die es Kultureinrichtungen ermöglicht, ihre Apps selber zu erstellen, zu verwalten und zu übertragen. Kürzlich hat uns das Institut Historique de l’Océan Indien gemeinsam mit CapSciences kontaktiert, weil es einen Bestand von 32.000 Dokumenten aufwerten möchte. In diesem Museum wurden Touch-Apps mit Explorer-Ansichten, interaktiven Spielen und pädagogischen Workshops erstellt und installiert.

Das Projekt benötigt jedoch Unterstützung. Diese Initiative richtet sich an alle Einrichtungen, die ihre Ressourcen aufwerten möchten (Museen, Archive, schulische und touristische Einrichtungen …). Auch Sie können unser Projekt unterstützen: Sprechen Sie in Ihrem Umfeld über uns! Sie sind selbst interessiert? Entdecken Sie unsere Tools auf https://get.biinlab.com/ .

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